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Coole Storys statt fader Content


Hannelore Emsig entdeckt ihn sofort: einen weiteren Marketing-Tipp. Es geht um "wertvollen Content". Scheint wichtig zu sein, denn sie hat schon öfter davon gelesen. Also produziert sie sofort welchen. Am nächsten Tag auch. Sechs Wochen später platzt ihre Webseite vor Content. Ihre Auftragsbücher leider nicht. Kein Wunder, denn es handelt sich ja auch um ein Märchen. 


Fotonachweis: Rüdiger Lutz



Was ihr Marketing angeht, ist Hannerlore ein emsiges Bienchen. Sie macht alles, was ihr die zahlreichen Online-Tipps ans Herz legen. So auch die Empfehlung, dass man regelmäßig „wertvollen Content“ produzieren soll. Ihr erster Content-Artikel ist volle 2000 Zeichen lang. Sie hat dafür drei Tage gebraucht. In der Zeit lagen ihre Geschäfte brach. Was interessiert sie das, wo sie jetzt den wertvollen Content in ihren Händen halten kann. Sie platziert ihn in ihrem Blog. Und natürlich ist sie sehr stolz. Jetzt können die Kunden kommen.

Mia Pfiffig stößt zufällig auf Hannelores Blogartikel. Die beiden kennen sich nicht. Dabei wird es auch bleiben. Denn Mia hat schon nach drei Zeilen keine Lust mehr weiterzulesen. Dies verwundert kaum, denn Hannelores Content liest sich wie eine wissenschaftliche Doktorarbeit – zäh, langweilig und anstrengend. Hannelore sieht das anders. Sie hat gelesen, dass es diesen wertvollen Content exakt so braucht. Also erschaffte sie ihn.



Ganz viel Content später ist klar:
Hannelores Content taugt einfach nichts!


Hannelore ist traurig. Wütend obendrein. Sie hat sehr viele Tage der letzten Wochen ihrem Content gewidmet. Sogar welche dazugekauft. Wozu gibt es schließlich diese Ramsch-Kaufhäuser für Content? Für ein bis fünf Cent pro Wort kann man sich dort alles bestellen, was das Herz begehrt. Hannelore geriet bei einem derartigen Angebot in einen regelrechten Kaufrausch. Wo der endet, weiß jede Frau: als Kaufsünde ungetragen im Kleiderschrank oder irgendwann in der Altkleidersammlung. Hannelores Content ist auch eine Kaufsünde. Er passt nicht zu ihr und sieht zudem richtig grausam aus.

Lilablassblauer Content in Größe 46 begeistert niemand!


Gute Storys dagegen schon. Echt, ehrlich. Frisch und anders. Immer wieder in derselben einzigartigen Weise angepackt, entsteht daraus langfristig IHR BLOG-BRANDING. Und falls Sie nun denken, Ihr Thema taugt nicht, um in eine lockere Story zu packen - ich halte dagegen und sage: und ob! Technische oder zahlenlastige Branche, Gesundheit oder Betriebswirtschaft. Storys finden sich überall. Bei jedem! Ziemlich ausgefallen, frisch und anders. Als Textfee beschäftige ich mich ständig mit Content. Ich verkaufe ihn sogar. Gibt es daher auch nicht zum Dumpingpreis von ein bis fünf Cent pro Wort. Content, der sich ganz furchtbar steif nach Content liest, bringt sowieso nix. Warum trotzdem weiterhin ständig derartiger produziert wird, ist mir ein Rätsel. Ich stürze mich bei einer Shoppingtour ja auch nicht auf lilablassblaue Blusen in der Größe 46, wenn mir lilablassblau nicht steht und ich zudem Größe 34 trage.


Warum überhaupt Content? Damit ganz viel Text irgendwo steht?


Manchmal ist es wie bei Adam und Eva. Man muss einfach von vorne anfangen. Beim Content wäre dies die Frage, wozu es ihn überhaupt gibt. Was soll er bewirken? Webseiten und Blogs sinnlos mit Inhalt zu befüllen? Weil ganz viel Text darin toll ist? Ich finde, Content sollte Spaß machen, die Menschen emotional berühren. Storys tun das mit Bravour. Falls Sie auch damit angenehm auffallen wollen, mailen Sie mir: oMnOxs-g18-S1MfF0sXDyNSOxMU@nospam






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