logo_1000.png



The world needs you - ganz dringend, bitte!



Idee + Story: Ulrike Parthen

Halt, stopp. Bitte mal kurz hier in diesem Blogartikel anhalten. Es gibt jemand, der dich braucht. Genau dich und ziemlich höchste Eisenbahn. Wer und warum? Lies am besten einfach weiter.



Fotolia_113219815_S-napatcha.jpg

©Fotolia, napatcha



Letzte Woche stand ich im Kaufland ewig an der Kasse. 20-Meter-Stau vierreihig. Ich hatte also viel Zeit, die anderen vor und neben mir zu beobachten. Dabei fiel mir auf, dass jeder von uns irgendwas im Einkaufswagen hatte, das man so eigentlich nicht megadringend braucht. Also ganz dringend meine ich. Die Großpackung Schokoküsse beispielsweise in Reihe eins bei dem Herrn links neben mir. In fünffacher Ausfertigung. Scheinbar mag er Schokoküsse. Die Dame, die in Reihe drei wiederum gerade zum Abkassieren dran ist, befürchtet wohl eher einen unfreiwilligen Entzug – oder Weltuntergang. Sie ersteht 10 Packungen Zigaretten!

Da ich gerade zum längeren Rumstehen und Warten verdammt bin, schweifen meine Gedanken zum letzten Telefonat mit Stuart zurück. Stuart ist US-Amerikaner. Oh je, nicht gerade das Volk innerhalb der Weltbevölkerung, die für Anti-Verschwendung von Ressourcen jeglicher Art bekannt sind. Nicht so Stuart, obwohl er ein wohlhabender Mann ist. Vermutlich deswegen, da er einst in den Slums von Brooklyn aufwuchs, was er niemals vergisst. Ob er auch Schokoküsse einkauft, weiß ich jetzt gar nicht. Eines jedoch ist sicher: Er ist der bescheidenste Wohlhabende weit und breit. Und er hilft Not leidenden Kindern in Deutschland. Ganz praktisch, persönlich und auch mit seinem Geld. Schließlich „kann er das mal nicht in den Himmel mitnehmen“, wie er sagt. Statussymbole? Pffft, die waren ihm schon immer unwichtig. 



Stuart und dieses runde Ding namens Basketball


Wie es in einem Ghetto in New York zugeht, kann ich mir ganz schlecht vorstellen. Daher habe ich mir das von Stuart genau erzählen lassen. In einem solchen ist er nämlich aufgewachsen. Als Kind hatte er regelmäßig kaum zu essen, um ihn herum tobte alles Mögliche, nur nix Gutes. Seine Mama wiederum gab alles für die insgesamt vier Kids und schenkte ihnen all ihre Fürsorge und Liebe. "Mit deinem Grips und Ehrgeiz rettest du mal die Familie", prophezeite sie ihm als Fünfjährigen. Also rettete er sie. Dazu trainierte er bereits als Knirps stundenlang Basketball. Immer und immer wieder. So lange, bis er es als junger Erwachsener in die NBA schaffte und sich als Profi-Basketball-Star bezeichnen konnte. Mama hat Recht behalten. Mamas haben immer Recht!



„Jeder Millimeter zählt!“



St.jpg

©Rüdiger Lutz



Bei manchen Menschen scheint es, als haben sie bestimmte Stärken bereits genetisch bei Geburt mitgeliefert bekommen. Stuart gehört eindeutig dazu. Was er auch anpackt: Es gelingt. Ach was, es gelingt nicht nur, es wird zum bombigen Erfolg. Liegt an diesen Stärken, die bei ihm gar nicht so einfach zu beschreiben sind. Er hat Ehrgeiz, ohne mit dem Kopf durch die Wand zu rasen. Eher auf sehr gelassene Art und Weise. Außerdem ist er extrem wissbegierig (jeder Millimeter zählt) und zack-zack dynamisch. Mich wundert manchmal, wie viele Dinge er gleichzeitig anpacken und umsetzen kann. Basketball-Star zu sein, war im Prinzip nur der Startschuss für ein außergewöhnliches Leben, das inzwischen 61 Jahre währt - knapp 30 davon in Deutschland. Nach der Zeit als Profi-Basketball-Spieler legte Stuart erst richtig los und eine beeindruckende Karriere auf anderer Ebene hin. Man könnte jetzt denken, Erfolg und Reichtum machten ihn überheblich? Iwo! Bescheidenheit ist eine Tugend. Und Stuart wiederum bestes Beispiel für Bescheidenheit in ihrer Reinform. Zusammen mit seiner Herzlichkeit ganz großes Kino, von dem sich viele, viele Menschen dieser Erde ein Stück abgucken können. 

An der Stelle schnell zu dir rübergewechselt. Du möchtest ja händeringend erfahren, warum die Welt dich so dringend braucht. Mindestens genauso dringend wie den Stuart und mich ...



St-und-Uli.jpg

©Rüdiger Lutz



Zeit, Talent oder Geld. Verschenk es einfach – gleich heute!


Einfach mal so anpacken, jemandem helfen, der gerade Hilfe braucht. Im Großen oder Kleinen. Sich ehrenamtlich engagieren oder dem einsamen alten Mann von gegenüber eine halbe Stunde unserer Zeit für ein Gespräch schenken. Machen wir das alle nicht viel zu selten? Und haben auch gleich schon eine Erklärung parat mit der wohl berühmtesten Ausrede des 21. Jahrhunderts: "keine Zeit!".



Vielleicht ist das mit der Zeitfrage aber auch so ein bisschen wie mit dem Einkaufswagen. Braucht man das alles wirklich dringend im Leben? Muss es jetzt heute Abend das Fußballtraining unbedingt sein oder kann das einmal ausfallen und du machst erwähntem älteren Nachbarn eine Freude? Müssen es fünf Großpackungen Schokoküsse sein oder reicht nicht auch eine? Die paar gesparten Euro bedeuten für ein Kind in Deutschland ein leckeres Pausenbrot. Für dich sind Schokoküsse ein Luxus. Für dieses Kind ein simpel belegtes Brot, da es grundsätzlich ohne Frühstück und Vesper zur Schule muss und die erste spärliche Mahlzeit erst um 13 Uhr zu sich nehmen kann. Stuart geht mit gutem Beispiel voran und verschenkt sein ganzes Herz, sehr viel von seinem Geld und eine Menge seiner Zeit. Und zwar so:

In Kooperation mit Kinderhilfs-Organisationen in Deutschland organisiert er Mutmach-Erlebnis-Events für kranke und benachteiligte Kinder. Alles in Eigenregie. Ungefähr tausend Telefonate und Mails pro Tag sind bei Stuart normal, die ihm aufgrund oben erwähnter Dynamik nicht schrecken. Selbstredend, dass er all diese Events aus eigener Tasche bezahlt. Spenden? Nimmt er keine an. Wenn, sollen die Menschen lieber den betreffenden Organisationen spenden. Die können es dringender gebrauchen. 

Vor seinem ersten Event im März 2018 ist Stuart mächtig aufgeregt. Äußert sich in Mails im Minutentakt, die kurz vor Start bei mir eintrudeln und in denen er mir jede kleine und große News noch schnell berichten will. Dann geht's endlich los. Zwei Busse mit 60 Kindern fahren vor dem Basketball-Stadion der Fraport Skyliners in Frankfurt ein. Auch sie sind aufgeregt. Nach einer liebevollen Begrüßung inklusive Umarmung seitens Stuart ist die Aufregung schnell vergessen. "Stuart kennst du eigentlich den Obama? Oder Justin Timberlake?", wollen sie einhellig wissen. Die Antwort ist er uns allen noch schuldig. Liebend gerne hätte ich in diesem Moment die Gedanken der Kids lesen wollen. Was denken sie wohl über diesen Mann aus den fernen USA mit charmant amerikanischem Akzent? Schnell wird klar: Man kann ihn halt nur lieb haben, den Stuart. Die Kinder schließen ihn sofort in ihr Herz, die Mamas auch, die ihm weinend in den Armen liegen vor Rührung. Glück kann man nicht kaufen. Jedoch Herzlichkeit und Liebe verschenken. Beides macht so was von glücklich, wie man an diesem Beispiel sehen kann.


Jeder Millimeter und so. Du erinnerst dich?


Ich stelle mir gerade vor, wie viele Menschen man zum Lachen bringen und aus einer Not helfen könnte, wenn jeder nur einen Millimeter an Herzlichkeit, Aufmerksamkeit und Liebe verschenken würde. Wow! Da ich Not in gesundheitlicher Form selbst kenne, weiß ich, wie sich das anfühlt. Daher unterstütze ich Stuart in seinem Anliegen neuerdings ehrenamtlich in Sachen PR und Kommunikation, bringe meine Arbeitskraft, Liebe und Zeit ein für Stuarts Kinder-Hilfsprojekt.





Wenn du mehr über Stuart und sein Kinder-Hilfsprojekt erfahren willst, klicke HIER. Und jetzt leg los. Ja, jetzt in dieser Sekunde. Überleg dir, was du heute noch für wen Gutes tun kannst. Dir wird etwas Tolles einfallen, da bin ich mir sicher. Gerade die kleinen Dinge sind enorm wichtig und bedeuten für Hilfsbedürftige wahnsinnig viel. In erster Linie, dass wir sie nicht vergessen. Klein geht immer. Also los!







Autorin des Artikels:

9O9A8686.jpg

©Rüdiger Lutz

Kickoff Heiligabend 1968, Ideenquelle erstmalig angezapft mit 10 Jahren. Meine Deutschlehrerin so was von baff. Quelle sprudelt nach Jahrzehnten immer noch. Austrocknungsgefahr? Nicht in Sicht! Spezialisiert auf das emotionale Texten/Storytelling/Ideenstiften/Sichtbarmachen von Persönlichkeiten, Werten, Botschaften. Mein Handwerkszeug vor vielen Jahren bei einem der Besten Deutschlands gelernt. Inzwischen tausende Texte und Storys verfasst, Branchen querbeet, online/offline und mindestens genauso viele Ideen ausgeheckt.





empty