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Uffpassa, sie schleicht sich gerade davon. Auf leisen Sohlen. Merkst du meist erst, wenn du ein Ziel erreichen willst ...



Idee + Story: Ulrike Parthen

Schrecklich verwöhnt sind wir. Du und ich. Wegen dieser modernen Zeit, in der wir leben. Komfort und Bequemlichkeit, wohin das Auge reicht. Finde ich ehrlich gesagt so schlecht nun auch wieder nicht. Aber unsere Willenskraft wird dadurch mächtig schlaff. Schlaffi wiederum erreichst du deine Ziele nicht. Kannst du mit ihm hier ändern!


©Barbara Langheinrich



„Yeah, Entscheidung getroffen: Ich will etwas verändern. Dieses Ziel da erreichen." Gesünder essen, mehr Sport, abnehmen und all so Zeug. Kennste bestimmt auch, ne? Fragt sich nur, wie dies schaffen? Einfach so via Fingerschnipp: herrliche Vorstellung, funzt nur leider nicht. Und dann wären ja noch diese Gewohnheiten, die grundsätzlich etwas gegen Veränderung haben. Also muss ein Plan her. 

Manche fallen dabei auf den so genannten ‚Sprüche-Plan’ herein. Heißt, sie beamen sich fortan mit Lebensweisheiten durch den Tag im Sinne von ‚Der Weg ist das Ziel’. Finde ich total bescheuert. Und der Michael Langheinrich erst! Er zitiert dies so: 



„Profi-Tipp für Esoterik-Freaks: Ihr braucht den Müll vom Wochenende nicht rausbringen. Wenn ihr ihm heute erzählt, dass ihr ihn ganz doll liebhabt, ist er von morgen allein weg.“



Wer ein bissel Geld übrig hat, kann sich die Sprüche auch von Selbstverwirklichungs-Experten übertapezieren lassen. Die empfehlen dir beispielsweise, dass du jeden Tag in den Spiegel gucken sollst und diese Sachen hier runterpredigen: „Ich bin stark. Ich bin nie zufrieden. Ich bin nicht wie alle anderen.“ Da ich ja grundsätzlich neugierig bin, musste ich das mal austesten. Herrje, was für eine Inszenierung vor dem Badezimmer-Spiegel. Ehrlich Leute, ich hab das über einen Monat lang gemacht. Wegen der Gewohnheiten und diesen Hirn-Verknüpfungen, die sich neu finden sollen. Braucht seine Zeit, deshalb ist es wichtig, es mindestens so lange zu tun. Das Geld kannst du dir wahrlich sparen, denn selbst Jahrhunderte später wird sich trotzdem nix ändern. Egal, wie viel du deinem Spiegelbild auch erzählst. 

Einer, der all das viel besser erklären kann, ist Michael. Er hat eine Menge Ahnung, wie das alles im Hirn exakt funktioniert und darüber sogar ein Buch geschrieben.



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Alle weiteren Fotos dieses Beitrags: Rüdiger Lutz Fotografie



Ist ja wohl klar, dass ich mir das sofort besorgen musste. Weil, mein Kopf hat manchmal sein Eigenleben. Und Willenskraft mag er nicht. Deswegen sind die beiden im Dauer-Disput. Pah, damit ist jetzt echt Schluss. Sinngemäß würde ich das mit der Willenskraft so ausdrücken: Sie macht glücklich. Und schön. Und sexy! Na, welche Frau kann davon nicht genug kriegen. Also her damit, aber sofort! Okay, ist nun schon sehr, also sehr, sehr salopp interpretiert von mir. In etwa kommt das aber hin. Auch wenn das Thema die reinste Wissenschaft ist. Und damit hochkomplex.



Ich lese und lese. 
Vergesse dabei total, dass ich ein Sachbuch in den Händen halte. 


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Total witzig und frech, die Schreibweise. Genau wie ich. Passt also schon mal! Liegt sicher daran, dass Michael als Autor auch witzig und frech ist. Frecher als viele anderen. Und herrlich klar, direkt, offen. Echt halt. Lieber Michael, das war ein astreines Kompliment! Und wenn ich an seine Facebook-Timeline denke. Mein lieber Scholli. Die hat vielleicht Unterhaltungswert. Das Erste, was ich gucke, wenn ich mich eingeloggt habe: Was dem Michael heute wieder für ein Späßchen eingefallen ist. Unerschöpflich ist er da. Ob das wohl auch mit Willenskraft zu tun hat?

An der Stelle müsste ich dringend zum Ernst des Lebens und dieser Willenskraft zurückkommen. Gar nicht so einfach. Ich esse daher mein Abendessen heute mit der linken Hand statt rechts. Danach laufe ich rückwärts. Eine total ernste Angelegenheit, denn es dauert sehr lange, bis ich satt geworden bin. Alles nur, weil Michael in seinem Buch geschrieben hat, ich soll das tun. Ist eine Vorübung, um meine Willenskraft in die Spur zu kriegen. 



Ich im Willenskraft-Trainingslager


Was Training heißt, weißt du vielleicht noch von den Bundesjugendspielen. Zeit, Einsatz, Wiederholungen gehören schon dazu. Über eine ganze Zeit lang. Ich wollte als Kind immer die Beste im 100-m-Lauf sein. Also bin ich jeden Tag gelaufen. Mit Stoppuhr wohl gemerkt. Mir taten die Füße weh und vieles andere auch. Training ist halt nichts für Warmduscher. Ich trainierte trotzdem weiter. Und siehe da: Am Ende war ich tatsächlich die Beste. Ziel erreicht. Wie bereits geoutet, lässt meine Willenskraft heute im Gegensatz zu damals schwer zu wünschen übrig. Wegen diesem modernen Alltag, der daraus entstandenen Bequemlichkeit und dem dadurch schlaff gewordenen Willen. Wird also dringend Zeit für ein bisschen Sondertraining.

Dazu bin ich mit Michael unterm Arm und meinem Hausofotgrafen in die Stadt gefahren. Wollte mal sehen, wie viel Willenskraft es braucht, mich dort zum Affen zu machen. Erst blockieren wir die berühmte Haller Holzbrücke mit Fotomotiv Nummer eins. Viele Haller Bürger warten geduldig, bis wir fertig sind und sie weiterlaufen können. 

Danach machen wir die "Entenwiese" unsicher. Ich soll Michael dazu in Holzhäcksel stellen und mich ein Stück hinter ihm gegen den Baum lehnen. Die Leute gucken doof. Vor allem, als mein Hausofotograf hinter dem Baum anfängt, einen Mülleimer zur Seite zu drapieren, weil der sein hübsch ausgedachtes Bildszenario stört. Rüdi, beeil dich!



Bei einer seiner glorreichen fotografischen Ideen, klinkt sich meine Willenskraft kurzzeitig aus.


Kein Mann der Welt würde seine Gattin je in solche Gefahren bringen. Nur fotografische Ehemänner. Für ein gutes Motiv tun sie fast alles. "Ne, Rüdi, das ist jetzt nicht dein Ernst, oder?", antworte ich, als er mir sein nächstes Bildmotiv erklärt. Inzwischen sind wir bei der nächsten Brücke angekommen. Aus Stein. Ganz alt und so. Er findet, es würde ziemlich gut aussehen, wenn ich es mir auf dem steinigen Brückenbogen in Bauchlage gemütlich mache. Vor der Nase den Michael. Ich schaue zuerst auf die maximal 30 Zentimeter breite Steinunterlage. Danach in die Tiefe. Mindestens 5 Meter! Ich klemme mir Michael unter den Arm und laufe kommentarlos weiter. Rüdi merkt indes auch, dass mit Willenskraft nicht alles zu erreichen ist. "Das hat der Michael ganz bestimmt anders gemeint", rufe ich meinem waghalsigen Fotografen beim Weglaufen über die Schulter zu.



Dank dieser Entscheidung habe ich mir nun zwar vorsorglich das Leben gerettet. Die Stimmung meines Fotografen aber ist dahin. Ich mache einen Gegenvorschlag. Die Holzscheite ein paar Meter weiter sehen relativ ungefährlich aus. Außer einem Mords-Holzsplitter im Arm kann mir also nicht viel passieren. Rüdis Miene erhellt sich augenblicklich. Wie es um die meine gestellt ist, kann man auf dem Foto deutlich erkennen. Was tut man nicht alles, um die Willenskraft zu trainieren (und um Ehemänner glücklich zu machen!).



Inzwischen ist der nächste Morgen angebrochen. Meine Willenskraft und ich sind sehr müde. Kein Wunder, nach diesem Ausflug gestern, bei dem halb Schwäbisch Hall erfahren hat, dass Willenskraft wichtig ist. Und dass es unter den Mitbürgern diese seltsamen Wesen gibt, die für ihre Shootings ständig das schöne Städtchen in Beschlag nehmen. Mein Willenskrafttraining fällt heute daher aus. Wegen akutem Muskelkater.

Wie aber sieht es nun mit dir aus? Hast du nicht auch Lust, deiner Willenskraft ein bissel Dampf zu machen? Dann schau einfach auf Michaels Webseite vorbei. Er wird unter anderem von großen Unternehmen, Sportlern usw. gebucht, da das Thema so wichtig ist und die Menschen enorm weiterbringt. Grund genug, ihm und der Willenskraft einen schönen Platz in meinem Blog zu schenken.






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