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Xing meint, wir brauchen das.
Bis die Textfee das Gegenteil beweist!


Gratis ist ja immer so ne Sache. Die Xing Business-Seite gibt es auch gratis. Xing meint, die Pro-Version ist aber viel besser. Deswegen will sie die auch allen verkaufen. Mein Praxistest beweist: Stimmt ja gar nicht! Mit der Gratis-Variante kann man richtig was wuppen.


Fotonachweis: http://www.ruedigerlutz-fotografie.de



Kreatives Tüfteln ist genau mein Ding. Natürlich war ich daher neugierig, als die Business-Seite erfunden wurde. Der erste Dämpfer kam schnell. In Sekunde eins nach Fertigstellung der Seite. Ich fragte mich: Und jetzt? Was stell ich damit an? Viele User fragen sich das übrigens noch heute. Mir schwante die Antwort als frische Business-Seiten-Besitzerin schnell: So ganz ohne Anzeigenwerbung erst mal nix. Ich wäre ja aber nicht die tüftelnde Textfee, wenn ich mir da nicht ganz schnell was hätte einfallen lassen. Und das ging so:


Ich entdeckte dieses Empfehlen-Symbol neben dem grünen Kontaktbutton, siehe Abbildung weiter unten. Aha. Ohne Anzeigenwerbung kann ich die Seite also zumindest meinem Netzwerk empfehlen. Denn irgendwie braucht es ja Traffic auf der Seite, damit man mein mühevoll hübsches Befüllen überhaupt sehen kann. Xing dagegen versteckt die Seite ja so vehement, dass kein Mensch sich ohne Zutun je von allein darauf verirren würde. Da sich meine Kontakte jedoch gar nicht freuen würden, wenn sie nun Wochen, Monate immer das Gleiche von mir empfohlen kriegen, kam Trick No. 1 zur Anwendung:

Ich wechselte Titelbild und Inhalte der Seite regelmäßig. Konnte meinem Netzwerk daher stets frische Inhalte präsentieren und erhaschte dadurch ein paar Besucher auf der Seite. Die Empfehlung sieht exakt gleich aus wie eine bezahlte Anzeige und generiert sich automatisch aus Teilen Ihrer Seite. Diese sollten also klug befüllt sein, sonst wird das nix mit Ihrer Empfehlung (oder Anzeigenkampagne), weil es niemand interessiert. Wie eine solche Anzeige passend zu meiner Business-Seite aussieht, sehen Sie auf der kleinen Abbildung unterhalb der Business-Seiten-Grafik.





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Xing bot mir kurz danach an, die Professionel-Version 4 Wochen gratis zu testen. Bei „gratis“ klingeln meine Ohren genauso wie die Ihren erst mal freudig. Meistens stellt man hinterher fest, dass diese Gratis-Sachen uns so was von gar nicht weiterbringen. Schließlich kriegen wir nur mit ein paar Häppchen den Mund wässrig gemacht. Danach sollen wir irgendwas kaufen. Bei Xing war mir das relativ wurscht, ich wollte einfach weitertüfteln. Da kam mir das Angebot gerade recht. So weit so gut. Ich hatte nun also Folgendes kapiert:


1. Es gibt eine kostenlose Standard-Version und die Pro-Variante der Business-Seite. 
2. Meine Business-Seite wiederum ist super versteckt in den Tiefen von Xing.
3. Wenn ich die meinem Netzwerk empfehle, sehen sie zumindest mal ein paar Leutchen.
4. Wenn es ganz viele Leutchen sehen sollen, muss ich eine Anzeige schalten, die Geld kostet.


Okay, dagegen ist prinzipiell ja nix einzuwenden. Gestaltet sich bei Kollege Facebook ja ähnlich. Leider verschweigt Xing diese Tatsache und für was die Business-Seite erschaffen wurde, elegant wie erfolgreich. Jedenfalls fragen sich zig User nach wie vor, für was die Seite überhaupt gut sein soll. Oder beschweren sich, dass sie nirgends ersichtlich angezeigt wird. Soll sie ja auch nicht, da sie eine einzige Funktion hat: bezahlte Werbung darauf zu schalten.

Was die Pro von der Standard unterscheidet, lernte ich beim nächsten Testlauf kennen.

Um Ihnen das anschaulich zu erklären, muss ich noch mal kurz einen Schritt zurück machen: in die Startseiten-News von Xing. Kennen Sie sicher auch. Unzählige News Ihres Netzwerks tummeln sich dort. Bevor überhaupt irgendjemand auf Ihre Seite gelangen kann, muss er erst Ihre Anzeige anklicken. Damit hat er es als Besucher auf Ihre Business-Seite geschafft.

Sie erinnern sich: Die Anzeige generiert sich aus diversen Feldern der Business-Seite automatisch. Dann kommt die Pro-Variante ins Spiel: Sie sehen, wer Sie besucht hat. Bingo, sagt Xing! Ein WARMKONTAKT, den Sie sich via Nachfassen unbedingt warmhalten sollten, so die Empfehlung. Dafür müssen Sie jedoch 199 Euro im Monat extra bezahlen. Wenn Sie die Pro gleich für ein Jahr buchen, sind es „nur“ noch 149 Euro im Monat. Schluck. Echt jetzt?


Wow! Das muss was richtig Verrücktes sein!


Etwas Bahnbrechendes. So toll, dass man ohne die Pro-Version nie mehr Business-Xingen will, war mein erster Gedanke. Bei dem Entgelt kann es einfach nicht anders sein. Also nix wie dieses Nachfassen ausprobieren. Bezüglich Kreativität bin ich ja mit allen Wassern gewaschen. Entsprechend gestaltete ich meine Nachfassaktion ziemlich außergewöhnlich. Die Leute amüsierten sich darüber köstlich. Gebracht hat das Nachfassen aber nix. Diejenigen, die nicht bereits von sich aus reagierten und mich gezielt anfragten, hatten derzeit einfach keinen Bedarf. Oder waren nur mal neugierig. Jedenfalls niemand mit potenziell knackigem Interesse. Daran ändert auch ein Nachfassen nichts, egal wie kreativ man es nun gestaltet.


Die Anzeigen-Kampagne war trotzdem erfolgreich!


Ganz ohne nachfassen sogar! Meine Anzeige in Kombi mit der konzeptionell kreativ gestalteten Seite tat ihr Werk von ganz allein. Ich sorgte für Aufsehen und hatte sogar konkrete Anfragen. Zufall? Ich wollte es genau wissen. Daher weitete ich meinen Praxistest auf einige Monate aus und zog auch Kooperationspartner mit deren Business-Seite mit ein. Parallel kamen schon die ersten Kunden, die diese Business-Seite ebenso haben wollten.

Viele Anzeigen-Kampagnen quer durch alle Branchen später stand es fest: Die Pro-Version bringt nix.

Also noch mal genau recherchiert, wofür man diese 199 bzw. 149 Euro jeden Monat zahlen soll: Tatsächlich nur dafür, dass man in der Pro-Version die Besucher erkennen kann? Naja, fast. Der Fairness halber muss ich sagen, dass ein inkludiertes Anzeigenbudget im Betrag ebenso enthalten ist. Bis zu 10 Seiten-Editoren können Sie außerdem hinzufügen.


Warum aber etwas buchen, wenn es auch ohne geht?
Inkludiertes Anzeigenbudget hin oder her.


Gerade die vielen Einzelunternehmer, Freiberufler gehen eher gern punktuell vor als sich drei Monate mit einem Betrag für 600 oder gleich ein ganzes Jahr für 1788 Euro binden zu wollen. Oft ist das einfach nicht drin im Gesamtbudget. Mein aktueller Test mit gerade mal 40 Euro Investition beweist:

Man kann auch ohne die Pro mit selbst gewählten Anzeigenbudget vorankommen. Ich habe dafür die Bezahlung pro Klick gewählt und den Klickbetrag auf 1,50 Euro gesetzt.

Nach gerade mal 2-3 Stunden waren 31 Klicks / Besucher erreicht und mein Budget von 40 Euro somit aufgebraucht. Daraus resultierte eine konkrete Anfrage, 6 Besucher auf meinem Privatprofil die direkt über die Anzeige zu mir kamen. Außerdem 7 Likes auf die Anzeige. Macht gesamt 13 User, die ich auch ohne die Pro-Variante identifizieren konnte. Immerhin 41 Prozent! 

In meinem Kopf tun sich seitdem enorm viele Fragezeichen auf. Warum nur? Genau das frage ich mich. Warum gibt es die Pro-Variante? Ohne geht es doch genauso, wie man sieht. Sie können Ihr Anzeigenbudget frei wählen. 40 Euro oder 400? Einen Tag oder einen ganzen Monat lang? Ganz, wie Sie möchten. Und es klappt trotzdem. Sofern Ihre Seite mit der Anzeige interessant genug konzipiert ist. Sie die Zielgruppe punktgenau gewählt haben und immer am Ball bleiben. Beobachten Sie, analysieren Sie, passen Sie je nach Ergebnissen zwischendurch immer wieder an. Manchmal muss man den Titel nachbessern oder den Inhalt der Anzeige. Stellenweise auch die Zielgruppe neu justieren.

Xing, bitte nicht böse sein. Du bist mein Lieblings-Portal und ich bin dir seit Jahren treu, gewinne Kunden über dich und lehre die Menschen sgoar, wie sie clever Marketing mit dir betreiben können. Die Business-Seite an sich ist super. Die Pro-Variante allerdings total überflüssig, wie ich finde.



Lust auf ein bisschen Ideenstiften?



Fotonachweis: http://www.ruedigerlutz-fotografie.de




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